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apio – «Wir haben die Komplexität unterschätzt»

apio, das Joint Venture, das die Hälg Group Mitte 2017 mit der Inretis Holding AG und der Energiedienst Holding AG eingegangen ist, wird stillgelegt. Marcel Baumer erklärt, was zu diesem Entscheid geführt hat.

 

 

Das Unternehmen apio sollte Kunden mit Ein- und Mehrfamilienhäusern ein Produkt anbieten, das eine einfache digitale Steuerung der Energie- und Gebäudetechnik ermöglicht. Die Idee war es, mithilfe eines Geräts – der apio-box – Daten der technischen Anlagen zu sammeln, verständlich zu visualisieren und den Privatkunden per App zur Verfügung zu stellen. In den letzten Monaten hat sich jedoch herausgestellt, dass sich Installation und Betrieb nicht auszahlen.

apio-System funktioniert nicht wie geplant
Marcel Baumer erklärt, warum das apio-System nicht wie geplant funktioniert: Hauptgrund ist die hohe Komplexität. Die technischen Anlagen in Ein- und Mehrfamilienhäusern sind kaum oder gar nicht an ein Netz angebunden, somit können keine Daten übermittelt werden und es ist nicht möglich, Betriebsdaten zu sammeln. Hinzu kommt, dass jede Anlage individuell ist und somit keine Standardlösungen möglich sind. Dies führt zu hohen Kosten für den Privatkunden, die nicht mehr im Verhältnis zu seinem Nutzen stehen. Wir haben diese Komplexität klar unterschätzt.

Welche Erfahrungen kann die Hälg Group aus diesem Projekt mitnehmen?
Laut Marcel Baumer hat apio hat aufgezeigt, wie komplex die Vernetzung der Gebäudetechnik in Ein- und Mehrfamilienhäusern ist. Der Hälg Group ist klar geworden, dass sie zurzeit nicht so weit ist, selber ein solches System zu entwickeln. Laut Marcel Baumer sieht sich die Hälg Group als Leistungserbringerin und leistet qualitativ hochstehende Arbeit, wenn es darum geht, bestehende Systeme zu planen und zu implementieren, die Eigenentwicklung von Produkten ist jedoch kein Schwerpunkt.

Was passiert jetzt?
Die bereits installierten Geräte werden wieder ausgebaut. Für die Hälg Group bedeutet das, dass vier apio-boxen ausgebaut werden. Die Installationen wurden zurückhaltend durchgeführt, was jetzt den Aufwand des Rückbaus in Grenzen hält. Die Firma apio wird stillgelegt und das Joint Venture aufgelöst.